Wwoofing

20.June 2009 - Prince Edward Island


Es ist mal wieder Zeit fuer ein Update.
Also am Mittwochabend bin ich dann in dem Riesenwohnmobil von Alex&Flo zusammen mit Miriam (Schweiz), Druw (USA) und Jess (Kanada) von Quebec City nach Moncton gefahren.
Unglaublich aber wahr zu sechst hatten wir da genug Platz drin.
Wir haben zwei tage hauptsaechlich im Auto verbracht, dass war aber bequem also konnte man Karten spielen (Miriam hat mir ein tolles Spiel beigebracht), lesen oder sich einfach die Landschaft anschauen.
Am zweiten Tag hat es angefangen zu Regen, so dass ich ganz froh war in Mocton anzukommen, um eine Dusche in einem total gemuetlichen kleinen Hostel zu nehmen. Miriam ist mir mir gekommen und wir hatten noch eine total schoene Zeit in Moncton, haben im stroemenden Regen einen Spaziergang gemacht und uns am Samstag einen total schoenen Markt angeschaut, wo uns ein Einheimischer ueber die Details der Sirupproduktion informiert hat. Die atemberaubende Welle die man auf Grund des Tidenhubs in Moncton sehen sollte hab ich nicht zu Gesicht bekommen.

Am Sonntag hiess es dann ab in mein erstes wwoofing-Arbenteuer auf die Sprinwillowfarm.
Mitterweile hab ich mich eingelebt und die Arbeit auf der organischen Farm gefaellt mir total gut, aber als ich hier angekommen bin war ich erstmal geschockt. Diese Familie lebt in so einem Saustall das ist echt unglaublich, ich kann absolut nicht nachvollziehen, wie man so leben kann.
Ich lebe hier zusammen mit Shi Ho (sie wwooft auch aber wird uebermorgen abreisen), Raymond (der Farmbesitzer ein total netter Kerl, der nie muede wird mir alles ueber "farming" und " den canadian way of life" zu erklaeren., Bridget (seine etwas verwoehnte neunjaehrige Tochter) und Karen (seine Frau,die mich irgnoriert was aber nicht weiter dramatisch ist).
Mittlerweile hab ich mir mein Zimmer ganz nett eingerichtet und geh immer mit Flip Flops duschen, also kann mit dem Chaos etwas besser leben. Aber als ich hier angekommen bin hab ich mir ueberlegt wie ich Raymond am besten beibringe, dass ich am naechsten Tag wieder abrreisen werde.
Jetzt zu der Farm. Raymond ist ueberzeugter "organic farmer" in 6.Generation. Es ist total interessant, was er mir alles erklaert. Er benutzt keine Chemikalien, also muessen alle Felder in denen er nicht mit dem Traktor Unkraut jaehten kann per Hand gemacht werden. Genauso wie das einpflanzen neuer Proukte, was wir gestern den ganzen Tag gemacht haben, weswegen ich jetzt einen tierischen Muskelkater habe.
Er moechte so organisch arbeiten wie im 19.Jahrhundert mit modernisierten Techniken und glaubt daran, dass er es vielleicht schafft andere Farmer von diesem Konzept zu ueberzeugen.
Es gibt die verschiedensten Artikel uber ihn und er hat auch schoen oefters Reden auf Landwirtschaftskongressen gehalten. Seine Farm ist toll und die Arbeit macht total Spass, aber ist auch echt ein Knochenjob. Er hat Huehner, Gaense, Kuehe und Schweine. Fuer die Schweine haben wir letzte Woche zwei tage lang einen Schweinestall gebaut. Es ist eine kleine Farm, wir sind 5 Leute, die da im Moment arbeiten und im Winter macht er die Arbei ganz allein. Einmal in der Woche geht er auf den Farmersmarket, wo ich heute war. Er moechte so viele seine Produkte wie moeglich lokal verkaufen. Den rest importiert er nach Japan, weil dort lokal kaum Kartoffel angebaut werden.

Wenn ich nicht auf der Farm bin hab ich mir schon oefters das Fahrrad geschnappt und die Landschaft hier erkundet, ich hab schon 3 ausgewachsene Fuechse und einen Babyfuchs gesehen...toll. Raymond hat mit mir und Shi eine geniale kanutour gemacht, bei der man erst den Sonnenuntergang und dann die Sterne sehen konnte...genial.
Einen Tag in Charlottetown hab ich auch schon verbracht. Es ist die Hauptstadt von dieser kleinen Insel (von Nord Cap zum Suedcap fahert man mit dem Auto in drei Stunden) und hat 33.000 Einwohner.Durch Shi Ho hab ich noch eine Menge ueber Japan gelernt sie ist sehr nett und es ist super mit ihr zu arbeiten, Jacob abeitet fuer den Sommer auf der Farm und erklaert gerne und ausfuehrlich, was wir zu tun haben.
Ich haette nie gedacht, dass ich mal so frueh zu Mittag esen werde, aber um 12:30 ist Lunchtime und ich hab dann immer einen Mordshunger. Mein tag beginnt hier um 15 vor sieben (ich bin es garnicht mehr gewohnt so frueh aufzustehen.*g*)

Was sonst noch erwahnenswert ist, dass alle auf dieser Insel verrueckt ueber das Buch "Anne of Green Gable" sind. Man findet ueberall, wirklich ueberall Souvenirs von diesem Buch, kann sich den Geburtstort der Autorin anschauen und das Haus in dem die Geschichte stattfindet. Es gibt von dem Buch ein Musikal usw. Ob das uebertrieben oder gerechtfertigt ist werde ich rausfinden, ich hab das Buch gerade angefangen.


P.s. Ich hab grad gemerkt ich hab es auf der Karte nicht ganz richtig eingezeichnet, es gehoert etwas weiter nach rechts unten...naechster Ort wird wieder korrekt.