Josie hat uns zum Bahnhof gebracht und uns letztendlich das zweite Mal verabschiedet, traurig.
Nach 2,5 Std kamen wir in Shepparton an, dort haben wir festgestellt das 4 weitere deutsche Mädchen auf derselben Farm arbeiten werden. Mit dem Taxi und Sack und Pack ging es auf die 15km außerhalb nach Ardmona gefahren. Dort kamen 3 weitere -deutsche- mit ihrem Campervan an, die auch auf der Farm arbeiten sollten.
Nach kurzer Weile kam der Manager, ein Inder, und hat uns zu unserer Unterkunft gefahren. Wir sind fast vom Glauben gefallen, ohne jegliche Menschenwürde sollten wir da wie die Hunde Leben. Naja weg gekommen wären wir eh nicht, also haben wir versucht das Beste draus zu machen, wollten ja auch erst einmal sehen wie die Arbeit ist. Jede Menge Spinnen, Frösche und Schlangen. Die Küche ist unbenutzbar, nicht benutzt seit einem Jahr, alles verdreckt und vergammelt. Die Räume sind dreckiger als jeder Schuppen zu Hause, voll mit Spinnen, die Betten uralt und die Matratzen, ekelhaft! Als ich die Klospülung geflusht habe, kam mir ein Frosch entgegen, und von 6 Duschen funktioniert eine! Jedenfalls nicht viel was uns da hätte halten sollen, doch wir dachten wir ziehen das mal ein wenig durch. Mussten Essen und selbst Töpfe und Teller kaufen da nichts bereit gestellt war, und für diese Unterkunft sollten wir noch 50$ die Woche bezahlen, unser Zimmer hatte übrigens nicht einmal Licht. Der Inder DD hat gemeint, entweder bleiben wir oder gehen, interessiere ihn nicht, nebenbei hat er auch noch erwähnt das wir erst Montag anfangen sollen. Das heißt, 3 Tage in the middle of nowhere nichts zu tun, anders als erwartet und einfach nur festgesessen ohne Auto.
Jedenfalls haben wir die erste Nacht überstanden. Am nächsten Tag haben wir uns mit dem Nachbarn unterhalten, diese meinten, der Inder würde teilweise keine Löhne bezahlen, und die Leute nur ausnutzen, sowieso Leben lassen wie die Hunde. Und der Farmer solle der schrecklichste in der ganzen Gegend sein. Also haben wir mal schön ins Klo gegriffen. Ab diesem Moment war uns klar, wir sollten schon einmal nach einer anderen Arbeit in der Gegend suchen, weil wir keine Lust hatten auf Ärger wie das. Birnen pflücken soll eh nicht das Wahre sein. Das Gute war, die anderen deutschen Mädchen, das deutsche Pärchen ein Mädchen, sind super nett, kamen gut mit einander zurecht. Gleichzeitig habe ich nach Couchsurfing Möglichkeiten in Shepparton gesucht, da wir doch gerne aus diesem Loch raus wollten. Scott hat sich auch sehr bald gemeldet, aber hat erst am Sonntag Zeit, immerhin.
Die Nachbarn warnten uns immer wieder vor den Schlangen und wir vorsichtig wir bitte sein sollten. Da sie so ein Mitleid mit uns hatten haben sie uns eingeladen in deren Pool zu Schwimmen, richtig nett. Abgesehen davon haben sie uns Crackers mit allen Leckereien angeboten, zu Trinken und einfach nett mit einander geredet. In den Momenten wo man denkt es könnte kaum Schlimmer sein, kommen die freundlichsten Leute und helfen einem. Das ist Australien. Den indischen Manager haben wir nicht mehr gesehen, er hat uns einfach abgesetzt in den Schuppen und ist gegangen fürs Wochenende.
Am Sonntag haben wir uns entschieden zu gehen. Mit einer Freundin sind wir nach Shepparton gefahren und haben dort Scott von Couchsurfing getroffen, super nett! Er arbeitet als Tanzlehrer und so etwas wie ein Vertrauenslehrer an einer High School für Aborigines. Mal wieder Glück gehabt.
Morgen schauen wir uns eine andere Birnen Farm an, aber ein kleiner Familienbetrieb, vielleicht wird das denn besser. Ansonsten haben wir noch ein Job Angebot 600km westlich, aber erst einmal suchen wir um diese Gegend. Ist im Moment leichter gesagt als getan, da viele Arbeit suchen und noch nicht alle Früchte reif zum Pflücken sind.


