magic nature

21.October 2008 - Kakadu Nationalpark


Soo, nach langem hin und her, viel Blabla und einiger Warten auf Nick (..liegts doch am Name..?) sind wir Dienstag endlich los i.d. Kakadu Nationalpark, den, so viel ich weiss, groessten Australiens, mit Nicks 4WheelDrive. Zusammen mit Ben, aus dem Hostel, Rachel und einer Englaenderin deren Namen ich vergessen hab, sollte es morgens um 8 losgehen, erstmal einkaufen fuer 3 Tage in denen nicht allzuviel Zivilisation gesehen werden wuerde. Um halb 10 sind wir los, so lange haben wir erstmal auf Nick gewartet. Dann hatte die Englaenderin ihren Geldbeutel vergessen, herrlich ^^ Ab weiter in den Woolworths, einkaufen. Kaum angekommen stellt uns die Frau aus dem Land ohne Fussballskills einfach mal vor die Tatsache dass sie keine Dinge mit Gluten essen kann, was so ziemlich in jedem Getreide drin ist. Nach hundertmaligem Fragen was sie denn alles essen kann und der Bitte sie solle doch einfach etwas fuer sich selbst suchen, war es uns dann egal und wir haben sie einfach machen lassen, ist ja erst Ende 20 die gute..
Also weiter.. nach ein paar Stunden Autofahrt (Yeww, ich konnte endlich wieder Autofahren!) kamen wir dann an einem Campingplatz an, eben nicht so wie man es aus Deutschland / whatever kennt, sondern wirklich nur ein CampingPLATZ, und Toilettenhaeuschen irgendwo im nirgendwo. War ja ganz cool. Haben dann herausgefunden, dass der Fluss mit einigen Waterholes nicht allzuweit enfernt ist, und wir somit hoffentlich sehr sehr bald schwimmen gehen konnten... (Im Nationalpark ist es noch heisser... d.h. eigentlich ist es nicht heisser, aber dass es noch viel luftfeuchter ist, schwitzt man mehr, und daher kommt es einem so vor) Guuut, also Camp aufgeschlagen und Fluss aufwaerts gelaufen.. Der Fluss war wahnsinnig schoen. War man doch das braun und trockene der Umgebung gewoehnt, das sicherlich auch seinen eigenen Charme hat, bluehte rings um den Fluss alles, wahnsinn :) Momentan ist das Ende der Dry-Season, sprich, alles ist furchtbar trocken, einige Fluesse gibt es zur Zeit sogar einfach gar nicht mehr weil es so trocken ist. Wir sind den Fluss weiter nach oben gefolgt, und haben einen etwa 30 Meter-hohen Wasserfall gefunden, mit einem kleinen See als "auffangbecken". Spaetestens hier konnten wir es und nicht mehr nehmen lassen und mussten trotz Krokodilwarnschildern schwimmen gehen. Die Crocs fangen jetzt an flusseinwaerts zu kommen, am Anfang der Wet-Season, und auch wenn der Fluss an dieser Stelle genug wasser fuehrt,.. Es ragten noch zu viele Felsen aus dem Wasser, man sagt, wo Felsen sind, sind keine Crocs, da diese sich immer die Sandbaenke suchen um Energie zu sammeln, beziehungsweise einfach stundenlang regungslos dazuliegen. Wir konnten es uns dann auch nicht nehmen lassen links des Wasserfalls nach oben zu klettern. Und dann kamen wir zu weiteren Wasserloechern, .. so was hatte ich noch nie gesehen, es sah aus als waere es fuer Touristen angelegt, wie ein Erlebnispark, nur eben Natur.. Wahnsinnig schoen, und so verbrachten wir den restlichen Tag abwechselnd in einem der etwa 15 Wasserloecher und kuehlten uns ab. Wobei, etwa eine Minute nach dem man aus dem Wasser kommt ist man wieder trocken, bzw schwitzt zumindest wieder abartig, und das Wasser, das ist der Witz, hat zum Teil Sauna-potential. Wirklich, fliessendes Wasser, sowas von warm, hatte ich noch nie gesehen. Ein weiterer Punkt warum jeder immer sehr gluecklich war im Wasser zu sein, waren die furchtbar leidigen Fliegen. Kein Witz, bist du ausserhalb des Wassers schwirren etwa 20 bis 30 Fliegen um deinen Kopf rum, und es ist echt anstrengend, es zehrt zum Teil richtig richtig arg an den Nerven.. Wenn man sich ein Shirt ueber den Kopf haengt, geht es noch, aber es ist ja schlecht moeglich den ganzen Tag mit Shirt ueberm Kopf rumzulaufen und dabei noch die Natur sehen zu wollen. Das schlimmste ist, dass das Gesicht eine der Stellen ist, in dem der Mensch am meisten schwitzt und somit auch am meisten riecht, deshalb schwirren die Biester die ganze Zeit im Gesicht herum.. Abends wird man dann von den Fliegen verschont, sobald es etwas staerker daemmert. Ist die Sonne dann mal weg, wird man von Mosquitos gequaelt und kann kaum ueberleben ohne nen halben Liter Mosquito Spray ueber den Koerper zu verteilen. Aber wir sind ja hart im nehmen ;) Nein im ernst, all die kleinen leidigen Dinge, .. es ist sowas von wert das auf sich zu nehmen um diese wahnsinnige unberuehrte Natur zu sehen!
Der Abend wurde dann mit Jacks-Coke und einer wahnsinnigen Menge Gras fuer Rachel verbracht^^
Ich konnte die erste Nacht so gut wie gar nicht schlafen, weil es einfach so heiss war. Naja, also war ich der erste der wach war, hab Fruehstueck gemacht, und wir durften dann zusammen feststellen dass der 4WD einen Platten hat. Hooray. Nach einigem hin und her wurde beschlossen das Camp heute noch stehen zu lassen und den Fluss hochzulaufen, die Medels koennen dann in den Waterholes baden waehrend wir und den Track in der Hitze flussaufwaerts geben ^^
Gut, gesagt getan, nach einem kleinen, aber trotzdem gut anstrengenden Walk auf einen Berg den nur Nick und ich unternahmen und das wahnsinnige Panorama sehen zu koennen, ging es dann zum Fluss, und nach einer Stunde waren wir auch an den Waterholes angekommen. Wir 3 Jungs sind dann noch einen 2 Stunden walk, den Fluss hinauf gelaufen, und 2 Stunden zurueck, in der Hitze..aber es war es sowas von Wert, so viele schoene Plaetze auf dem Weg gesehen, ich stelle auch noch ein paar Bilder rein. :)
Wir hatten extra 2 Rucksaecke gefuellt mit leeren Flaschen mit zum Fluss genommen, denn uns war das Wasser ausgegangen (hatten ja nicht geplant an dem Ort zu bleiben), also wurde eben Flusswasser getrunken, was allerdings kein Problem war, weil der Fluss wahnsinnig klar war, und das Wasser mindestens genausogut schmeckte wie gekauftes. Nur der Weg zurueck zum Camp war sehr anstrengend mit 20 Kilo auf dem Ruecken ueber Felsen klettern...^^
Im Camp bin ich dann am Essenstisch eingeschlafen, da ich die nacht nicht geschlafen hatte, die Sonne mich echt kaputt gemacht hatte und die walks gut anstrengend waren^^ Immerhin war es nicht so warm wie im Zelt. :p
Am naechsten Tag wurde das Ersatzrat fuer 20 Dollar angebracht, von dem wir allerdings wussten, dass es nicht lange halten kann.. Also keine 4WDtracks mehr und ab zur naechsten Werkstatt um den alten Reifen reparieren zu lassen.. Wir haben etwa 17 Kilometer geschafft, gerade so dass wir an einer Stelle angekommen waren, an der wir ringsum... nichts... sehen konnten. Kaum ein Baum, kein Schatten, nur eine Strasse und Savanne. ^^ Herrlich. Glueck war dass die Strasse "viel" befahren ist, heisst einmal pro Stunde kommt schonmal n Auto vorbei ^^ Wir hatten sogar noch mehr Glueck und mussten nur 20 Minuten warten, der Fahrer hatte auch einen 4WD und somit (besser vorgesorgt als Nick...) einen Kompressor dabei, mit dem wir den alten Reifen dann wieder aufpumpen konnten, also wieder Reifenwechsel. Das Rad hielt auch noch bis Jabiru, dem naechst groesseren etwas.. sie nennen es hier town, aber es ist auch nur wegen der Flaeche genauso gross wie etwa Dudenhofen. Es gibt eine tankstelle, etwa 20 Haeusser und einen Supermarkt in dem fast alles ausverkauft ist. Und einen Mechaniker. Also haben wir das Rad reparieren lassen und sind dann zu einen Berg gefahren, auf den wir hochgeklettert sind, um ein wahnsinniges Panorama zum Sonnenuntergang zu sehen.. es war fast magisch, wirklich wunderschoen. Abends schlichen dann die wilden Dingos um unser Camp herum, heiss auf unser Essen, es ist wirklich so dass man ihre Augen leuchten sieht, sie selbst aber nicht sieht, hat man ein Licht im Camp an. Sehr lustig :)
Am letzten Tag wurden dann noch einige 5.000-10.000 Jahre alte Malereien von Aboriginals angeschaut, ein ForestWalk unternommen und noch ein Walk gemeistert, bis wir dann leider 350 km zurueck nach Darwin fahren mussten, weil 3 von uns, unter anderem ich, abends arbeiten mussten.
Wahnsinniges Erlebnis, ich plane nochmal einen Trip in den Nationalpark zu machen, allerdings ohne Auto, 5 TagesWalk... :)