Sydney Manly ein unverhofftes Wiedersehen

30.December 2012 - Sydney


30.12.2012 Sydney ? Manly
Eigentlich wollte ich heute mal nichts machen, denn meine Bronchitis will nicht so recht verschwinden und mein Kehlkopf schmerzte auch ein wenig, aber das Hostel ist so eckelig in dem ich bin, dass die SMS von Peter, dass ihm die Decke auf den Kopf fällt und er nach Manly kam freudig von mir empfangen wurde.
Zum Hostel: Überall ist Teppich, der einfach nur dreckig und noch nicht mal gesaugt ist. Die Betten sind total durchgelegen, Schimmel in der Dusche, eine winzigkleine absolut dreckige Küche... ich bin froh, wenn ich wieder in meinem Zelt schlafen darf.
Auf jeden Fall bin ich am Nachmittag um 15 h in der Stadt am Circular Quay Wharf 3 gewesen, wo die Fähre nach Manly fährt, was man auch auf jeden Fall machen sollte. Peter antwortete mir, dass er noch im Bus ist. Also hab ich Geld geholt, die letzte Postkarte aus Australien an meine Oma geschickt, einen Kaffee getrunken, mich an die lange Schlange vor der Toilette gestellt und ein paar Aborigine-Tänzern zugeschaut. Ich hab gedacht, mein Gott, brauchst der Bus von Peter aber heute lange. Er rief dann an und sagte, er sei nun an der Wharf. Ich hab ihn nicht gesehen. Naja, dann fanden wir raus, dass er direkt mit dem Bus nach Manly gefahren ist und dort an der Wharf wartet. Ok, mal wieder eine bomben Abstimmung. Also ich auf die Fähre, die eine halbe Stunde dort hinfährt und ich hab die Aussicht auf die Harbour Bridge und das Opera House sehr genossen. Zwischendurch habe ich noch mit Verena geschrieben, die auf meinen Add bei Gumtree geantwortet hatte und auch eine Reisepartnerin sucht. Wir werden uns am 01.01.2013 in der Stadt treffen und alles besprechen. Aber sie will auch zelten und gemütlich rumfahren. Das ist doch phantastisch!
In Manly selbst war es total überlaufen ? wie am Bondi Beach. Peter und ich sind ein wenig rumgeschlendert, haben dann aber beschlossen nach einem kurzen Bier die Fähre wieder zurück zu nehmen. Wir haben uns für das zweite Pub entschieden und Ihr werdet Euch gleich kaputt lachen. Zuerst haben wir Mel (24) und Flo (18) aus Brandenburg-Harfe kennengelernt, die uns den Tipp gegegeben haben, wo man einen super Blick auf die Innenstadt und das Feuerwerk hat. Denn ich hatte nicht wirklich Lust mich morgens um 9 h schon in die Stadt zu begeben und dort zu campen, um einen guten Platz zu ergattern. Ja und so sitzen wir vier da und quatschen und ich schau so in die Runde und wer läuft da vorbei? Martin! Martin, der ein Teil unserer Reisegruppe an der Westküste war. Seine Freundin Wendy war auch mit und so haben wir dann noch gequatscht und gequatscht und gequatscht. Das ist doch unglaublich, oder? 4,5 Millionen Einwohner, Millionen von Touristen, wir in Manly, Martin und Wendy in Manly und dann noch in dem Pub. Ja, so soll es sein!
Wir vier, denn Mel und Flo hatten sich dann relativ schnell verabschiedet, sind dann bei Dämmerung zurück zum CBD gefahren und ich bin dann nach Hause gefahren. An der Bushaltestelle am Circular Quay hat mich Jeremy nach einer Zigarette gefragt, er würde mir auch Geld geben. Er musste auch Richtung Bondi Beach und so haben wir uns die ganze Zeit unterhalten. Er ist ein (weißer) Aborigini und verdient sein Geld mit Malereien. Er hatte eine 10-jährige Beziehung mit einer Schwedin, woraus eine 4-jährige Tochter entstanden ist. Momentan wohnt er in Byron Bay und war ganz entsetzt, dass ich dort in den 4 Monaten nicht war.... aber so ist das nun mal. Er brachte mich zum Hostel und fragte, ob er mich noch zu sich einladen dürfte. Ach, warum nicht? In Deutschland würde ich das nie machen, aber die Australier sind einfach ein anderes Völkchen. In der Wohnung seines Freundes zeigte und erklärte er mir eine Zeichnung von ihm, die er 2010 seinem Freund geschenkt hatte. Ich habe viel an dem Abend dazugelernt und bin dankbar, dass ich diesen Mann getroffen habe.
Ich hatte einige Erleuchtungen. Die Malereien von ihm handelten immer von Mutter Erde, Vater Sonne, Großmutter Sterne und/oder Großvater Universum. Es geht um Stärke im Kopf und Sträke im Herzen und dass wir alle Teil vom Ganzen sind. Ich habe dann über die katholische Religion nachgedacht und festgestellt, dass es da eher um Gott und Jesus geht ? aber vielleicht habe ich mich auch nicht so recht damit auseinander gesetzt, so dass mir die Naturverbundenheit entgangen ist. Des Weiteren ist mri aufgefallen, dass Jesus von 2012 geboren wurde, die Aboriginies aber schon seit über 40.000 Jahren ihr Wissen weitergeben. Was für ein Unterschied? Ich erinnerte mich auch daran, dass jedes Mal, wenn ich eine Kirche hier in Australien sehe, sie für mich irgendwie nicht so recht hierhinpasst. Es war einfach schön mit ihm zu diskutieren und Wissengrenzen zu erweitern! Er brachte mich noch zur Hauptstraße und ich hab nach einem kurzen Telefonat mit Kathy dann auch recht schnell geschlafen.