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roter Sand, so weit das Auge reicht..

15.June 2009 - Ayers Rock


...Nun aber zu unserem Dreitagstrip, der nach den Eindruecken vom Vortag mit etwas gemischten Gefuehlen am kommenden Morgen zu einer unmenschlichen Uhrzeit startete.
Zuerst aber noch einmal zurueck zum Vorabend.. Aus Faulheit, selbst zu kochen und Neugierde, da wir zuvor ein wirklich einladendes Pub entdeckt hatten, machten wir uns zum Abendessen auf den Weg zum 'Saloon'.
Hier goennten wir uns DAS Outbackessen ueberhaupt - man muss ja schliesslich alles probieren.
Es gab eine gemischte Grillplatte, und zwar mit Kaenguruh, Krokodil, Kamel, Bueffel und Emufleisch.
Wirklich interessant und superlecker. Ganz so speziell, wie es sich anhoert, schmeckt es allerdings gar nicht, sehr gut war es aber trotzdem.
Nicht zu vergessen der Nachtisch, Schokokuchen mit Schokoeis, Mousse au Chocolat und Schokosauce.. Ein 'wenig' Schokolade. Man goennt dich ja sonst nichts!
Nach einigen Bier kehrten wir dann aber doch lieber zurueck, schliesslich hiess es am naechsten Morgen, zu einer menschenunwuerdigen Zeit aufzustehen.

Um 6 Uhr morgens holte uns, neben noch etwa 20 anderen Leuten, unser Guide 'Jess' ab, ein 23Jaehriges Maedel, total verrueckt, immer am schreien, singen, huepfen und tanzen.. Sie hielt uns wirklich auf Trab und machte kurz nach Abfahrt um diese schreckliche Uhrzeit erst mal 'The Ting Tings - That's not my Name' an, ich habe ja wirklich an nichts mehr geglaubt.
Wir machten uns direkt auf den Weg zum Ayers Rock, was ein laengerer Weg war, als erwartet, es dauerte etwa 5 Stunden, bis wir dort waren. Wir erreichten Uluru mittags und nachdem wir im 'Aboriginal Culture Center' versucht hatten, ein wenig Informationen ueber den Ayers Rock und dessen Bedeutung zu bekommen, nicht besonders erfolgreich, ich hatte etwas den Eindruck, man wolle den Glauben nicht besonders nah erlaeutern, es ging hauptsaechlich darum, dass er einfach akzeptiert wird, begannen wir unseren 'Base Walk' um diesen riesigen Felsen.
..Und genau wussten wir nun auch nicht, warum man ihn nicht besteigen soll und an so vielen Orten keine Fotos machen soll, die einzige Erklaerung war immer, es sei eine heilige Staette. Aus Respekt entschieden wir uns also gegen den Climb, obwohl wir nicht genau wussten, wovor. Das hatte mich ehrlich gesagt etwas enttaeuscht, ich dachte wirklich, ich erfahre dort etwas mehr ueber die Kultur und den Glauben der Aborigines, wenn ich schon einmal im Zentrum, dort, wo das fuer sie heilige Land ist, bin. Aber es drehte sich alles immer nur um Akzeptanz, nicht um Verstaendnis. Schade, da habe ich in der Schule mehr darueber gelernt.

Der Ayers Rock selbst war beeindruckend und es war wirklich interessant, ihn einmal gesehen zu haben.
Wir schauten uns danach dort noch den Sonnenuntergang an und schauten zu, wie dieser riesige Fels, der uebrigens darum so besonders ist, da es ein einziger Fels ist und nicht wie die meisten aus mehreren Felsen besteht, seine Farbe veraenderte. Weiterhin ist er um 90 Grad gedreht und geht noch ueber 7 km in die Tiefe.

Unser Nachtlager schlugen wir auf dem Campground in der unmittelbaren Naehe des Ayers Rock auf, dort bereiteten wir zunaechst unser Abendessen vor und sassen dann noch eine Weile ums Feuer, tranken ein paar Bier, ein bisschen Wein und verbrachten einen gemuetlichen Abend.
Geschlafen wurde dort in sogenannten 'Swags', einer Art Mix aus Zelt und Schlafsack, worin eine Person Platz fand, ums Lagerfeuer herum. Eine wirklich schoene und romantische Atmosphaere, ums Feuer herum direkt unterm Sternenhimmel, der dort, so weit abgelegen von saemtlicher Zivilisation, besonders schoen war. Das Einzige, was es fuer uns etwas erschwerte, war die Kaelte, es war naemlich nicht nur tagsueber kuehl, zwischen 15 und 20 Grad, nachts kuehlte es besonders ab. Da half nur noch die Zwiebeltechnik, die ich bis zum Maximum ausreizte.. 5 bis 6 Schichten waren da locker drin. Und es war bitter noetig, da es nachts auf bis zu 2 Grad abkuehlte und wir die Naechte wie gesagt auch draussen verbrachten.
Am naechsten Tga machten wir uns auf den Weg zu den 'Olgas', auch bekannt als 'Kata Tjuta', einer Aneinanderreihung von einigen gigantischen Felsen, die schon atemberaubend aussahen und weiterhin eine bedeutende heilige Staette der Aborigines sind. Auch hier stand uns ein Marsch bevor, diesmal mussten wir auch etwas klettern, was die ganze Sache gleich noch abwechslungsreicher machte.
Jess erzaehlte uns viel ueber den Glauben und die Gesetze der Aborigines und erlaeuterte uns einige Pflanzen, deren verschiedenste Wirkung die Aborigines in unterschiedlichen Labenslagen verwendeten. Hier gab es zum Beispiel sogenannte 'uppers', Pflanzen, die eine aehnliche Wirkung wie Amphetamine haben, also wach, aktiv, aufgedreht oder mehr machen, je nach Menge, und 'Downers', die eine ermuedende, einschlaefernde Wirkung hatten. Wirklich interessant, was die Natur so zu bieten hat! Leider muss man von den 'Uppers' ziemlich viel essen, um wirklich etwas davon zu merken, ich hab es dann also doch lieber gelassen, besonders gut schmeckten sie nicht.
Wo wir gerade beim gut schmecken sind..
Nun waren wir jetzt ja schonmal im Outback, da muss man ja auch mal das dort vorhandene, 'einheimische' Essen versuchen.
Nachdem wir unsre Olgas-Tpur also beendet hatten, machten wir auf dem Weg zu unserem Camp am Strassenrand Halt, Jess packte die Schaufel aus und rief 'Okay guys, lets go and get some Bushtucker!' Wir schlugen uns also ins Gebuesch um nach den besagten Insekten zu suchen, das waren etwa 10cm grosse Raupen, die sich spaeter zu Nachtfaltern entwickeln. Nachdem Jess uns erlaeuterte, wie man deren Spuren findet und wo sie sich normalerweise verstecken und wir drei kleinere Baeume auf dem Gewissen hatten, fanden wir endlich unsere erste Raupe, die auch gleich vor Ort in einem kleinen Feuer gegrillt wurde. Selbstverstaendlich wollten wir dann versuchen wie es schmeckt und ich muss sagen, ich fand es wirklich nicht schlecht! Wenn man mal den psychischen Aspekt aussen vor laesst und die Augen schliesst, koennte man denken, dass man, abgesehen von der anderen Konsistenz, Maronen oder Kastanien isst. Ich haette auch noch etwas mehr davon gegessen!

Nachdem wir unseren kleinen Snack beendet hatten, Feuerholz gesammelt und ich nebenbei um ein Haar von einer uebermuetigen Franzoesin durch ihrem maechtigen Ast erschlagen wurde, machten wir uns auf den Weg zu unserem zweiten Nachtlager, einem 'Buschcamp', noch immer ein Campingplatz, aber etwas abelegener und ruhiger als der vorige. Auch hier folgte wieder der uebliche Ablauf - Abendessen, Feuer, Bier und Wein, dazu gab es diesmal noch Marshmallows, die wir ueberm Feuer grillten, eine echt schoene Athmosphaere.

Der naechste Tag begann noch frueher, als der voroge, diesmal hiess es um 5 Uhr aufstehen, in gewohnter Hektik Swags und Schlafsaecke zusmmenpacken und noch im Dunkeln machten wir uns auf den Weg zur letzten Station unserer Reise, 'Kings Canyon'.

Was genau wir da schon so frueh wollten, wussten wir auch nicht so recht und ich war zunaechst nur dankbar, im Bus noch zumindest eine halbe Stunde schlafen zu koennen. Dann waren wir aber auch schon da und marschierten los und standen ploetzlich vor einem Huegel, der uns den Atem verschlug und fragten uns 'sie will doch jetzt nicht ernsthaft dort hoch..?'

Wollte sie, noch im Dunklen begann also der Aufstieg. Ein ganz schoener Marsch, ueber 7 km, die Strecke zum Teil auch sehr steil, was fuer uns um diese Uhrzeit eine ziemliche Herausforderung war. Die eigentliche Absicht, die hinter unseres Fruehsports steckte, war zum Einen, dass wir nicht viel Zeit hatten, da wir nachmittags zurueck in Alice Springs sein sollten und zum anderen, den Sonnenaufgang auf dem Kings Canyon zu sehen. Und das war wirklich beeindruckend und die Anstrangung wert.

Nach einem etwa zweistuendigen Marsch entlang des 'Kings Canyon', der Enstehungsgeschichte dieses gigantischen Canyons, einigen Erlaeuterungen zu Heilkraeften von dort ansaessigen Pflanzen und wir selbst Farbe aus Ocker herstellten und uns ein eine kleine Kriegsbemalung zugelegt hatten, traten wir auch schon wieder die Rueckreise an.
Los ging es also wieder nach Alice Springs, was zunaechst hiess - ein paar Stunden schlafen - und zurueck im Hostel verbrachten wir einen letzten gemeinsamen Abend mit der Gruppe bei leckerem Essen und etwas mehr Bier..
So neigte sich auch dieser - der eigentlich letzte Teil meines Trips dem Ende entgegen und am naechsten Tag trat ich alleine die Rueckreise nach Cairns an, wo ich noch zwei Tage, davon einen auf einem Schnorcheltrip auf dem Riff, verbringen sollte, bevor es weiter nach Sydney geht!