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Phnom Penh Teil 1 von 2

02.May 2011 - Kambodscha


Heute morgen sind wir dann gleich um 8 uhr mit unserem tuk tuk fahrer zur thailändischen botschaft gefahren. Allein um reinzukommen wollten die kambodschaner von uns 40 US $ pro person! Hahahaha! Korruption pur! Da machen wir nicht mehr mit! Da wir aber auch keine lust darauf haben in thailand unser 15 tage visum auf 30 zu verlängern und dafür auch wieder zahlen dürfen, sind wir zurück zum guesthouse gefahren und haben uns dort informiert wegen flügen nach bangkok! Der günstigste flug kostet 151 dollar pro person. Da wir aber echt einfach das 30 tage visum haben wollen (ohne dafür zahlen zu müssen) und es nico auch immer noch nicht richtig gut geht vom magen her, haben wir jetzt einen flug für morgen gebucht. Vom preis her geht es ja auch. Brenden hatte 300 dollar für einen flug bezahlt (einfach, also nur der hinflug), das zahlen wir jetzt zu zweit! Und da wir ja sonst fast alles per bus gemacht haben, bzw machen werden und durch unsere hostel absteigen auch geld sparen, leisten wir uns das jetzt mal! Ach ja, per bus wäre es auch eine 18 stunden reise nach bangkok gewesen. Und wer weiss wie das wieder abgelaufen wäre (wir erinnern uns an die einreise nach kambodscha, abzocke pur)! Danach ging es dann zu den killing fields. Es war eine ca 40 minütige fahrt. Und wie ich schon erwähnt habe, ist phnom penh eine sehr dreckige stadt. Noch dazu war überall staub den man in die augen bekommen hat und es hat teilweise ziemlich stark gestunken. Deswegen sind wir auch mit sonnenbrille und mundschutz unterwegs gewesen! Auf der fahrt dorthin sind wir auch wieder an den armen vierteln hier vorbei gefahren. Und transportiert wird hier einfach alles auf dem roller. Einer hatte bestimmt 20 säcke mit kartoffeln irgendwie auf sein rollerchen gebunden, ein anderer hatte einen käfig mit einem riesen schwein hinten drauf, und so weiter und so fort. Dann kamen wir zu den killing fields. Auch hier werde ich jetzt etwas aus wikipedia rauskopieren:
Die Killing Fields sind eine Reihe von etwas mehr als dreihundert Stätten in Kambodscha, an denen bei politisch motivierten Massenmorden konservativen Schätzungen nach 200.000 Menschen umgebracht wurden. Die Gesamtzahl der Opfer der Roten Khmer dürfte sich im Bereich von ein bis zwei Millionen Menschen bewegen. Die bekannteste Stätte befindet sich in Choeung Ek, in der Nähe von Phnom Penh, auf der bis zu 17.000 Menschen umgebracht wurden. Weitere befinden sich unter anderem in der Nähe des Phnom Sampeou nahe Battambang.
Die Killing Fields gelten als ein Synonym für den Massenmord der Roten Khmer an der eigenen Bevölkerung in der Zeit von 1975 bis 1979.
Besonders einprägend dabei sind die Bilder tausender Totenschädel und anderer menschlicher Überreste, welche die Felder Kambodschas übersäten. Die Totenschädel werden heute zum Teil in einem Stupa aufbewahrt, der zum Gedächtnis an die Toten auf dem Gelände in Choeung Ek errichtet wurde.
Um Munition zu sparen, wurden die Todgeweihten in diesem Exekutionszentrum nicht erschossen, sondern mit Eisenstangen, Äxten oder ähnlichem erschlagen. Kinder wurden gegen Bäume geschlagen, bis sie tot waren. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt, die auch heute noch deutlich sichtbar auf dem Gelände vorhanden sind.
Da teilweise mehr Leute pro Tag ankamen, als getötet werden konnten, wurden die Leute temporär in einem Warteraum eingesperrt. Damit die auf ihren Tod wartenden Leute die Schreie der Sterbenden nicht hören konnten, wurde die Anlage mit Musik beschallt.
Das war jetzt das was ich aus wikipedia rauskopiert habe! Wie auch schon gestern, hatten wir hier ein komisches gefühl im magen. Schon am eingang stand ein schild: please be quiet (bitte seien sie ruhig)! Und so war es auch. Eine totenstille, ausser ein paar vögel die zwitscherten. Wir sind dann an den ganzen löchern, welches die massengräber waren, vorbeigelaufen. Davor gab es auch stellen an denen mit schildern erklärt wurde was dort geschah. Das zum beispiel an diesem punkt die lkws mit den gefangen ankamen. Gleich darauf, nur ein paar meter entfernt, wurden sie dann hingerichtet. Wir sind über das ganze areal gelaufen. Teilweise sind die gräber auch noch nicht ausgehoben und man konnte knochen aus der erde stehen sehen. Diese teile waren aber abgesperrt. Es standen auch schilder dort dass man nicht über die massengräber (also die löcher) laufen sollte. Für uns war das selbstverständlich, aber für manche touris eben nicht. Ein paar ist dort einfach so durchgelaufen und hat sich lauthals unterhalten. An manchen stellen waren vitrinen aufgestellt in denen die alten klamotten der ermordeten lagen. Diese werden bei einer überflutung so zu sagen aus dem boden gespült. Ab und zu sah man kleidungsfetzten auch einfach so rumliegen. Am anfang dachten wir uns noch: warum ist es hier so dreckig? Bis wir an eben dieses schild kamen und uns klar wurde das das immer noch überreste der klamotten mancher opfer sind. Das schlimmste für uns war dann als wir vor dem baum standen an dem die kleinkinder zu tode geschlagen wurden. Ich kann euch gar nicht beschreiben was man da fühlt! Wie können menschen nur so etwas machen, wie geht das denn? Vor den killing fields steht auch so etwas wie ein gedächtnisturm, in dem die knochen der opfer aufbewahrt werden. Bevor wir dort rein sind haben wir zwei blumensträusse gekauft und sie davor in eine vase gelegt, als gedenken für die opfer! Und dann sind wir dort rein! Was man dort fühlt muss ich euch nicht beschreiben! Danach sind wir noch in ein kleines museum was am ausgang war. Dort waren wieder folterwerkzeuge und auch bilder ausgestellt. Als wir dort dann raus kamen hatten wir auch genug. Es ist schon hart das alles zu sehen. Aber es war eine erfahrung die wir nicht missen wollen. Vielleicht werden sich auch manche von euch denken dass ich das (und auch das gestern mit dem museum) nicht so ausführlich hätte schreiben sollen(oder auch die fotos nicht reinstellen sollen)! Ich hatte auch lange überlegt wie ausführlich ich es schreiben soll und ob ich überhaupt fotos reinstelle. Aber dann habe ich mir gedacht, es muss ein ende haben mit dem schweigen über das was hier geschehen ist. Jeder weiss was damals bei uns in deutschland geschehen ist, aber hatte schon einmal jemand von den massenmorden hier in kambodscha gehört und vor allem auch von der brutalität? Aus diesem grund habe ich die berichte ausführlich und auch mit fotos geschrieben! Man darf bei so etwas einfach nicht wegschauen oder es in vergessenheit geraten lassen. Und es ist einfach auch ein teil unserer reise, was uns ein paar tage psychisch auch sehr beschäftigt hatte! Jetzt will ich euch auch noch kurz was zu den roten khmer schreiben und versuchen es zu beschreiben wie es soweit kommen konnte. Wenn man es aber wirklich verstehen will, muss man auch die vorgeschichte kambodschas was den vietnam krieg angeht kennen. Aber um das alles hier zu erwähnen wäre nicht genug platz. Also fange ich bei der herrschaft der roten khmer im jahr 1975 an (wer es richtig nachlesen möchte kann das gerne unter wikipedia: rote khmer machen):
Die Roten Khmer waren eine maoistische nationalistische Guerillabewegung, die 1975 in Kambodscha an die Macht kam. Ihr Name leitet sich vom kambodschanischen Staatsvolk, den Khmer, ab. Sie wollten das Land mit Gewalt in eine Art Agrarkommunismus überführen. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung der Hauptstadt Phnom Penh und mündete in einem mit großer Grausamkeit ausgeführten beispiellosen Massenmord am eigenen Volk, der weltweite Bekanntheit erlangte. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den roten Khmer nach den verbreitetsten Schätzungen etwa 1,4 bis 2,2 Millionen Kambodschaner zum Opfer. Nach ihrer Vertreibung durch vietnamesische Invasionstruppen wurden die Roten Khmer erneut zu einer Untergrundbewegung und dabei zeitweise von verschiedenen, auch westlichen Ländern unterstützt. Die wirksame juristische Aufarbeitung der Verbrechen während ihrer Herrschaft kam erst spät in Gang und dauert bis heute an.
Am 17. April 1975 wurde Phnom Penh von den Roten Khmer eingenommen, das Demokratische Kampuchea ausgerufen und der im Exil lebende Norodom Sihanouk als Staatsoberhaupt eingesetzt.
Die meisten Einwohner der Stadt freuten sich über das Ende der Kämpfe und begrüßten die einmarschierenden Truppen jubelnd (es gibt auch einen film, den ich in einem anderen bericht schon einmal erwähnt hatte: the killing fields, ein schreiendes land.er beruht auf einer wahren geschichte und wir haben ihn uns bereits angeschaut. Genau dieser teil, an dem die bewohner die roten khmer jubelnd und mit weissen fahnen begrüssten berührte uns sehr. Sie hatten keine ahnung was folgen sollte). Ein großer Teil der Kämpfer bestand aus Kindersoldaten, die zu diesem Zeitpunkt nichts anderes als die Schrecken des Krieges kannten.
Die Stimmungslage kippte schnell, als Pol Pot und die Roten Khmer mit der Errichtung eines Terrorregimes begannen. Am 4. April 1976 wurde Norodom Sihanouk wegen seiner Kritik am Kurs der Roten Khmer als Staatsoberhaupt abgesetzt und unter Hausarrest gestellt, Khieu Samphan zum neuen Staatsoberhaupt und Pol Pot zum Regierungschef ernannt.
Die Ursachen für die Armut Kambodschas sah Pol Pot gerade im Unterschied von Stadt und Land. Also glaubte er, das Bauerntum stärken und alles Städtische zerstören zu müssen.
Die sofortige Deportation der Stadtbevölkerung auf die Reisfelder des Landes verwandelte das zuvor über 2 Millionen Einwohner zählende Phnom Penh binnen weniger Tage in eine Geisterstadt, ebenso wurden die Provinzhauptstädte entvölkert. Auf diesem langen Marsch, der bis zu einem Monat dauerte, starben tausende Menschen (insbesondere Ältere und Kinder) aufgrund der Strapazen.
Zu langer text! Fortsetzung in Teil 2...