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High on Life

27.July 2012 - Perth


Hi Leute, hier ist er also, der wohl letzte Bericht meiner Reise.

Mein Gott, es ist schon wieder eine Menge passiert, aber fange ich am besten dort an, wo ich aufgehört habe. Nachdem ich also in Alice Springs endlich jemanden zum Mitfahren gefunden hatte, ging es auf, zum letzten Stück der Reise per Auto. Eigentlich wollte ich an meinem Plan, das Land größtenteils Offroad zu durchqueren, weiterhin festhalten, doch ein Blick auf die Karte brachte Ernüchterung. Ich konnte keine unasphaltierte Strasse finden, die nicht weniger als 500km Umweg bedeutet hätte und zudem war meine Mitfahrerin auch noch ein wenig in Zeitnot. Also schnell mal die ersten 1300km an zwei Tagen auf dem Highway abgerissen, um dann mehr Zeit im Litchfield Nationalpark zu haben. Zu sehen gabs unterwegs eh nicht viel, ausser den Hot-Springs in Mataranka. Die naturbelassenen warmen Quellen zum Baden kamen mir ganz gelegen nach dem Ritt. Spät abends erreichten wir dann in völliger Dunkelheit den Eingang zum NP und wurden von einem Schild begrüßt, dass uns darauf hinwies, dieser Track sei nur für Allradfahrzeuge freigegeben. Ich ließ mich zunächst nicht weiter davon beeindrucken, da vorherige Erfahrungen (insbesondere in Süd Australien) zeigten, das solche Schilder fast überall stehen, wo der Asphalt endet. Zu meiner anfänglichen Freude und späteren Überraschung stellte sich heraus, dass es sich hier um wirkliches Offroad fahren handelte. Da der Litchfield NP nahe Darwin, im tropischen Norden liegt, ist hier an Flüssen grundsätzlich auch wieder mit Krokodilen zu rechen, was hunderte Hinweisschilder, an jeder Pfütze bezeugen. Um so größer war dann das Fragezeichen in unseren Gesichtern, als die Scheinwerfer des Autos plötzlich auf einen schwarzen relativ breiten Fluss zielten. Wir hatten keine Ahnung wie tief das Wasser war und wie der Weg auf der anderen Seite weiter gehen würde. Alles was wir sehen konnten, waren ein paar recht tief ausgefahrene Spurrinnen im weichen Uferschlamm. Eins war klar, mit ganz langsam antesten war die Gefahr stecken zu bleiben deutlich zu groß. Also kurz tief Luft geholt, Gang rein und mit Vollgas rein ins Wasser. Glücklicherweise war das die richtige Entscheidung, denn wir blieben nicht stecken und der Schwung reichte aus, um die etwa 40cm hohe, steile Uferböschung auf der anderen Seite zu überwältigen. Nach einem kurzen Stoßgebet richtung Himmel und einer Entschuldigung ans Fahrwerk ging es dann weiter zum nächtlichen Camp mitten im Busch. Am nächsten Tag gab es dann noch ein paar weitere spannende Flussdurchfahrten und es stellte sich heraus, dass es auch abgezäunte, krokodilfreie Stellen gab, an denen baden erlaubt war. Somit wurde dieser NP zum für mich schönsten und anspruchsvollsten, mit Spiel, Spass und Spannung. Angekommen in Darwin dann, setzte ich meine Begleitung zwecks Heimflug am Flughafen ab und machte mich daran mein geliebtes Auto zu inserieren. Dann kam mir allerdings in den Sinn, dass ich ja schon gern nochmal ein bisschen quality time mit meinem Auto hätte und so entschloss ich mich, allein in den 150km entfernten Mary River NP zu fahren. Dort verbrachte ich drei wundervolle Tage und habe von allem nochmal ein bisschen gehabt. Absolute Wildniss, mit Krokodilen, die nachts erschreckend nah ans Auto kamen, morgens Kangaroos direkt vor der Tür und nachmittags konnte ich beim Angeln noch ein paar Fische fangen. Den ca 45km langen Geländepfad konnte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen, um ein letztes Offroad Abenteuer zu haben. Danach habe ich mich direkt zurück auf den Weg nach Darwin gemacht und habe erstmal die örtliche Waschstraße aufgesucht. Nach fast 13000km, die ich insgesamt durchs Land, Wüste, Wasser und über Stock und Stein gefahren war, hielt ich eine Wäsche aus verkaufstechnischer Sicht doch für angemessen. Als dann die Zauberbürsten fertig waren, kam mir der Anblick des Fahrzeugs doch etwas befremdlich vor, so strahlend weiß. Ein paar Tage später und nach einigen Laber-Rhababer Anrufen meldete sich dann ein 29 jähriges Mädel, das ernsthaftes Interesse am Auto zeigte. Ich hab ihr angeboten, den gesetzlichen Safety-Check fürs Fahrzeug gemeinsam zu machen und die evtl anfallenden Kosten für Reparaturen zu teilen. Innerlich verabschiedete ich mich dabei schon von den ersten 500 Dollar, da die Scheibe ja nen Riss hat und die Reifen auch nicht mehr die Besten waren. Wie es der Zufall aber so wollte, war der Prüfer recht gut gesonnen und hat fast alles durchgehen lassen. Also war ich glücklich und das Mädel war es auch. So kam es, dass ich den guten Frank gewinnbringend verkaufen konnte und nun mit dem gleichen Geld nach Hause komme, wie ich gestartet bin. Quasi ein Jahr Action und Abenteuer gratis, so solls sein! Die letzten Tage und Nächte in Darwin verbrachte ich entweder am Strand oder mit anderen Reisenden, die ich unterwegs kennen gelernt hatte. Klingt erstmal komisch, aber bei tropischen Temperaturen und relativ guten öffentlichen Einrichtungen is das doch recht gut zu machen. Mittlerweile bin ich schon wieder nach Perth geflogen, genieße die letzten Tage in Australien und versuche mich innerlich auf die Heimkehr vorzubereiten. Als Fazit meiner Reise muss ich sagen, es waren die besten 11 Monate meines Lebens und da man ja bekanntlich aufhören soll, wenns am schönsten ist, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Ich glaube viel mehr hätte ich in der Zeit nicht sehen und erleben können und ich bin froh, das alles so gut geklappt hat! Ich freu mich drauf, euch dann demnächst wieder zu sehen!

All the Best, Janni-Supertramp